Gesundheitsförderung & Empowerment


Grundlagen und Methoden mit vielen Beispielen aus der praktischen Arbeit.

Empowerment ist heute in der Gesundheitsförderung und Gesundheitspolitik ein häufig benutzter Begriff, wenngleich es große Überschneidungen mit anderen Konzepten gibt, wie z. B. der Bürgerbeteiligung, der Entwicklung von Kompetenzen, der Kapazitätenbildung bzw. Entwicklung des Sozialkapitals oder der Gemeinwesenarbeit. Sie alle beschreiben Prozesse durch die Individuen, Gruppen oder Gemeinschaften mehr Kontrolle und Selbstbestimmung über ihre gesundheitlichen Anliegen gewinnen sollen.

Dieses Buch beschreibt die komplexen Zusammenhänge der Empowermentprozesse und stellt deren Bedeutung für die Gesundheitsförderung heraus. Im Mittelpunkt des Buches stehen jedoch die Methoden, wie die in der Gesundheits- förderung Tätigen die Prozesse des Empowerments in ihre praktische Arbeit integrieren und wirksam umsetzen können.

Dazu liefert der Herausgeber und Autor der Kapitel 2 bis 8 sowie 10 und 11, Dr. Glenn Laverack (seit 2009 Berater und Koordinator zum Thema Empowerment bei der Weltgesund- heitsorganisation in Genf), eine Fülle von Beispielen aus seiner langjährigen internationalen Arbeit in diesem Bereich. Zudem werden im Kapitel 9, in Abstimmung mit einer Reihe von Fachleuten aus Deutschland und Österreich, einige spezielle Projektbeispiele aus deren Erfahrungsbereich vorgestellt.

Damit liefert dieses Buch zur methodischen Entwicklung einer beteiligungsorientierten Gesundheitsförderung in den Settings des Alltagslebens eine systematische Einführung für die professionelle Praxis der Gesundheitsförderer und Gesund- heitsförderinnen.
 

  

Inhaltsverzeichnis

Seite

Vorwort

3

1. Einführung

7

2. Gesundheitsförderung und Empowerment

13

Politisch engagierte Personen im Gesundheitsbereich

13

Was können wir aus der Geschichte lernen?

15

Was heißt Gesundheitsförderung?

17

Gesundheitsförderung und die neuen sozialen Bewegungen

21

Gesundheitsförderung, Gesundheitsbildung und gesundheitliche Aufklärung

25

Was bedeutet Empowerment von Individuen und Gemeinschaften?

26

Planung von gesundheitsfördernden Programmen: dabei geht es immer um die Veränderung von Macht und Einfluss

28

3. Gesundheitsförderung: alles hängt davon ab, was wir letztlich unter "Gesundheit" verstehen

31

Wie erleben wir Gesundheit?

31

Gesundheit, Gesundheitsförderung und das Sozialkapital

32

Die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

33

Die gegenwärtigen Ansätze der Gesundheitsförderung

35

Der medizinische Ansatz

35

Der verhaltens-orientierte bzw. Lebensweisenansatz

36

Der verhältnis-orientierte Ansatz

36

Überschneidungen zwischen den unterschiedlichen Ansätzen

38

Determinanten der Gesundheit und Formen gesundheitlicher Ungleichheit

40

4. Veränderung von Macht und Einfluss und die Praxis der Gesundheitsförderung

43

Was bedeutet Macht?

43

"Nullsummen" und "Nicht-Nullsummen" Formen der Macht

44

Drei Gesichter der Macht:

46

Die "personale Macht" (power-from-within)

47

Die "Macht über Jemanden" (power-over)

48

Die Machtteilung (power-with)

50

Machtlosigkeit

51

5. Empowerment von Gruppen und Gemeinschaften und die

Praxis der Gesundheitsförderung

55

Begriff und Konzept der Gemeinschaft (community)

55

Drei Handlungsebenen zum Empowerment

58

Empowerment als 5 Punkte Kontinuum

59

Empowerment der Individuen zu eigenen Aktivitäten

60

Empowerment zum Aufbau unterstützender Kleingruppen

60

Empowerment der Kleingruppen zum Einstieg in die breiteren Organisationsstrukturen der Gemeinschaft

62

Empowerment zur Entwicklung von Partnerschaften

63

Empowerment zu sozialen und politischen Aktionen

64

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Empowermentpraxis

65

6. Konflikte im Zuge der Programmplanung

69

Programmplanung in der Gesundheitsförderung

69

"Top-down" Programme der Gesundheitsförderung

71

Die Erfolge von "top-down" Programmen

72

Warum "top-down" Programme häufig fehlschlagen

73

Die Stärken und Schwächen von "top-down" Programmen

75

"Bottom-up" Programme der Gesundheitsförderung

77

Führen "bottom-up" Programme zum Erfolg?

78

"Top-down" oder "bottom-up" Programmansätze in der Gesundheitsförderung

81

7. Empowerment und die Planung von Programmen zur

Gesundheitsförderung

85

Integrierung von Empowermentansätzen in "top-down" Programme

87

Phase des Programmentwurfs

89

Formulierung der Programmziele

92

Auswahl der Strategien

93

Praktische Umsetzung des Programms

94

Evaluierung

97

8. Die wichtigsten Einflussbereiche zum Empowerment von

Individuen, Gruppen und Gemeinschaften

99

Die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen

99

Die Leitung und Führung

101

Die Organisationsstrukturen in den Gemeinschaften

103

Die Problembeurteilung

105

Die Mobilisierung von Ressourcen

106

Die Frage nach dem warum?

107

Die Verbindung mit anderen Menschen und Organisationen

108

Die Rolle der außenstehenden AkteurInnen

110

Die Umsetzung bzw. das Management des Programms

112

9. Projektbeispiele zum Empowerment in der Gesundheits-

förderung aus Deutschland und Österreich

115

9.1 Die Quartiersdiagnose: Daten und Ansätze für ein stadtteilorientiertes Präventionsprogramm des Öffentlichen Gesundheitsdienstes - ausgewählte Ergebnisse eines Forsch- ungsprojektes

115

9.2 Lebenswerte Lebenswelten für ältere Menschen

128

9.3 Gestaltung eines Jugendtreffs in St. Stefan ob Stainz, begleitet im Netzwerk Gesunde Gemeinden von Styra vitalis

132

9.4 Anders essen in steirischen Lehrlingshäusern

132

9.5 Das Präventionsprogramm ELTERN-AG

133

9.6 Mehrgenerationenhaus München: Selbsthilfeinrichtung, die von der aktiven und engagierten Mitarbeit der Menschen am Harthof lebt

137

9.7 MIGES – Migration und Gesundheit

137

10. Evaluation der Empowermentansätze

139

Evaluations als Instrument zum Empowerment         

142

Methoden der Erfassung und Messung von Veränderungen

143

Ermittlung, Zuordnung und Validierung des Rankings

144

Workshop zur Ermittlung des Rankingsystems

147

Grafische Darstellung des Rankings

148

11. Konsequenzen für die Empowermentpraxis in der

Gesundheitsförderung

150

Der Einfluss des politischen Umfeldes

151

Der Einfluss des wirtschaftlichen Umfeldes

155

Der Einfluss des soziokulturellen Umfeldes

156

Der Einfluss des organisatorischen Umfeldes

158

Macht und Einfluss durch Gesundheitsförderung

159

Bibliographie

162